August 2026

Verantwortung weitergeben, Zukunft gestalten: Stabsübergabe in der Immobilienbewirtschaftung

Nach 25 Jahren bei der sgpk übergibt Wolfgang Federer die Leitung der Immobilienbewirtschaftung an Natalie Talmor. Ganz verabschiedet er sich jedoch nicht: Mit reduziertem Pensum und neuen Aufgaben bleibt er dem Immobilienteam erhalten. Im Doppelinterview sprechen die beiden über Vertrauen, neue Freiräume und die Frage, wie viel Bewährtes eine gute Zukunft braucht.

Wolfgang Federer (links) übergibt Natalie Talmor (rechts) symbolisch den Leitungsstab für die Immobilienbewirtschaftung.

Was haben Sie in den vergangenen Jahren voneinander gelernt?

Natalie Talmor: Wolfgang verfügt über einen enormen Erfahrungsschatz. Ich schätze seine Offenheit und seine Bereitschaft, sein Wissen weiterzugeben. Von ihm habe ich gelernt, wie wichtig ein fairer und kollegialer Umgang ist, im Team genauso wie mit unserer Mieterschaft und unseren Partnerunternehmen.

Wolfgang Federer: Natalie bringt neue Perspektiven ein und ist offen für Veränderungen. Gleichzeitig kennt sie das Tagesgeschäft bestens. Diese Verbindung aus Erfahrung, Gestaltungswillen und Nähe zur Praxis ist ihre grosse Stärke.

Wolfgang Federer, weshalb ist Natalie die richtige Nachfolgerin?

Wolfgang Federer: Natalie kennt die sgpk, unser Immobilienportfolio und das Team bereits seit sechs Jahren. Und sie weiss, worauf es in der Bewirtschaftung ankommt. Vor allem aber übernimmt sie gerne Verantwortung und treibt Themen voran. Deshalb bin ich überzeugt, dass sie die Immobilienbewirtschaftung erfolgreich weiterentwickeln wird.

Natalie Talmor: Wolfgang hat die Immobilienbewirtschaftung über viele Jahre geprägt. Dafür habe ich grossen Respekt. Gleichzeitig darf ich auf ein erfahrenes Team mit viel Fachwissen und eine starke Unternehmenskultur zählen. Das gibt mir viel Vertrauen für den Start.
Natalie Talmor
Die 42-Jährige ist seit sechs Jahren bei der sgpk tätig und übernimmt per 1. August 2026 die Leitung der Immobilienbewirtschaftung. Insgesamt blickt sie auf mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich zurück. Zuletzt betreute sie bei der sgpk ein vielfältiges Portfolio. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Natalie Talmor, was möchten Sie von Wolfgang Federer bewahren? Wo eigene Akzente setzen?

Wolfgang hat einen partnerschaftlichen Umgang vorgelebt. Seine Tür stand mir und dem ganzen Team für Fragen und Anliegen immer offen. Diese Offenheit und die gegenseitige Unterstützung möchte ich unbedingt weiterführen.

Weitere Akzente möchte ich bei der Förderung unserer Mitarbeitenden, der Weiterentwicklung unserer Prozesse und in der Vermarktung setzen. Digitalisierung und künstliche Intelligenz eröffnen viele Chancen. Trotzdem wird wohl auch künftig kein Algorithmus darüber entscheiden, welche Wohnung sich wie ein Zuhause anfühlt.

Wolfgang Federer, fällt es Ihnen leicht, die Verantwortung abzugeben?

Eine Übergabe braucht Vertrauen, und dieses Vertrauen ist da. Natalie soll die nötige Freiheit erhalten, um eigene Ideen zu verfolgen. Ich gebe mein Wissen gerne weiter und unterstütze, wo es gewünscht ist. Die Führungsverantwortung liegt nun aber klar bei Natalie. Und ja, unter diesen Voraussetzungen fällt es mir leicht.

Natürlich ist ein solcher Wechsel nach vielen Jahren auch eine Umstellung. Ich freue mich jedoch auf meine neue Rolle. Und auch auf ein bisschen weniger Verantwortung.

Was denken Sie, wo werden die Unterschiede sichtbar werden?

Wolfgang Federer: Natalie wird ihren eigenen Führungsstil entwickeln und Neues anpacken. Genau das soll sie auch. Eine gelungene Nachfolge bedeutet nicht, alles genauso weiterzuführen wie bisher – ganz im Gegenteil, es soll genau hingeschaut und hinterfragt werden.

Natalie Talmor: Mir ist wichtig, Bewährtes nicht einfach um des Neuen willen zu verändern. Gleichzeitig möchte ich bestehende Abläufe unter die Lupe nehmen: Was funktioniert gut? Wo können wir einfacher, effizienter oder kundenorientierter werden? Die interne Übergabe ermöglicht es uns, Kontinuität und Weiterentwicklung miteinander zu verbinden.

Welche Aufgabe wird die Immobilienbewirtschaftung in den kommenden Jahren besonders fordern?

Natalie Talmor: Es ist nicht eine einzelne Aufgabe. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Digitalisierung und künstliche Intelligenz gewinnen weiter an Bedeutung. Auch steigende Temperaturen und veränderte Wohn- und Arbeitsformen stellen neue Anforderungen an unsere Liegenschaften, etwa beim sommerlichen Wärmeschutz, bei der Begrünung und bei der Aufenthaltsqualität.

Hinzu kommt das starke Wachstum unseres Immobilienportfolios. Dieses bringt organisatorische und personelle Herausforderungen mit sich.
Wolfgang Federer
Der 62-Jährige ist seit 25 Jahren bei der sgpk tätig und leitete während vieler Jahre die Immobilienbewirtschaftung. Er ist verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Töchtern und Grossvater einer Enkelin. Nach der Stabsübergabe bleibt er der sgpk mit reduziertem Pensum und neuen Aufgaben erhalten.

Wolfgang Federer, was bleibt für Sie, und was kommt neu hinzu?

Ich unterstütze künftig die Erstvermietung unserer Neubauprojekte, insbesondere bei Gewerbeflächen. Zudem begleite ich Projekte in baulichen und betrieblichen Fragen.

Gleichzeitig gewinne ich mehr persönlichen Freiraum und damit mehr Zeit für meine Familie, insbesondere unsere Enkeltochter, und um unsere Freundschaften zu pflegen. Auch unser Maiensäss wird künftig hoffentlich häufiger belegt sein. Dort geniesse ich die Natur und tanke neue Energie.

Woran möchten Sie in zwei Jahren erkennen, dass die Stabsübergabe gelungen ist?

Natalie Talmor: Daran, dass sich das Team weiterhin einbringen und entfalten kann, wir uns gemeinsam weiterentwickelt haben und unsere Dienstleistungen unverändert mit hoher Qualität und Kundennähe erbringen.

Wolfgang Federer: Wenn Natalie ihren eigenen Weg geht. Und wenn ich beim Satz «nur noch ein kleiner Hinweis» rechtzeitig die Abzweigung Richtung Maiensäss nehme.

Und wie ähnlich ticken die beiden abseits der grossen Fragen? Acht schnelle Entscheidungen zum Vergleich

Wolfgang FedererNatalie Talmor
Aussicht oder kurze Wege?AussichtAussicht
Neubaugeruch oder Altbaucharme?Neubaugeruch (möglichst holzig)Neubaugeruch
Sitzung oder Besichtigung?BesichtigungBesichtigung
Telefon oder WhatsApp?TelefonTelefon
ÖV oder Vespa?ÖVVespa
Planen oder Improvisieren?PlanenPlanen
Bratwurst oder Quinoa?BratwurstGerne abwechslungsweise
Hammer oder Laptop?LaptopLaptop
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